Montag, 19. Juni 2017

House of One

Nachdem ich im letzten Beitrag viel über Steine gejammert habe, die mir im Weg herumliegen, möchte ich euch heute von Steinen berichten, aus denen Menschen etwas Wunderbares bauen: 
Das House of One.
Nie gehört? 
Das House of One entsteht zur Zeit in Berlin. Seit 2011 wird an diesem Konzept geplant und inzwischen auch tatkräftig gearbeitet. Auf dem Petriplatz, dem Standort der ehemaligen Petrikirche, die seinerzeit dem Mauerbau weichen musste und gesprengt wurde, soll das House of One entstehen, ein sakraler Bau für drei Religionen, ein Haus, in dem das Miteinander der Religionen "friedvoll, in großer Offenheit und in Würdigung der Verschiedenheit gelebt wird."



Schon die Idee dieses Hauses finde ich wunderbar. Wer mehr über dieses Projekt wissen möchte, kann sich auf der Homepage des House of One umsehen, kann die Entwürfe der Architekten bewundern, den Fortschritt der Bauplanung mitverfolgen, die einzelnen Veranstaltungen zum House of One besuchen oder zumindest virtuell nacherleben. Vor allem aber kann man das Projekt unterstützen: Ganz einfach durch den Kauf eines oder mehrerer Steine für diese wunderbare Idee.

Ich wollte euch das alles schon längst zeigen und dabei auch erzählen, was ich nun persönlich mit dem House of One zu tun habe, aber ich musste erst noch auf eine endgültige Mail aus Berlin warten, die nun in der letzten Woche eingetroffen ist.

Parallel zum "großen" House of One wird die Idee nämlich unterstützt vom Projekt "Young House of One" , einem Projekt des Alice Museums für Kinder im FEZ Berlin und der Stiftung House of One in Kooperation mit der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt, der Humboldtuniversität zu Berlin und raumlabor Berlin.



Was hat es jetzt mit diesem "Young House of One" auf sich?

Auf seiner Homepage schreibt das Alice Museum für Kinder dazu:

Die Idee des House of One - das als weltweit erster Sakralbau eine Synagoge, eine Moschee und eine Kirche unter einem Dach vereinen soll - will Antworten auf eine der drängendsten Fragen liefern: Wie wollen wir zusammen leben? Wir beteiligen uns schon heute mit dem Young House of One an der Debatte. Ausgetragen wird sie von Kindern und Jugendlichen, Künstlern und Architekten, Musikern und Schauspielern. 

Das Projekt startete im Mai mit einer großen Mitmachbaustelle mitten in Berlin, genau da, wo später das House of One entstehen soll. 



Im Oktober geht es in Berlin weiter. Mit Theaterworkshops, Poetryslam, gemeinsamer Musik, philosophischen Projekten, Puppenbau, Objektkunst und einer Schreibwerkstatt. Kinder und Jugendliche aller Kulturen und aller Religionen werden an diesen Workshops teilnehmen. Und das für mich vollkommen Wunderbare und Vorfreudige daran: 
Die Schreibwerkstatt darf ich mit den Kids machen! 
Ich freue mich wahnsinnig auf dieses Projekt. Das Miteinander der Kulturen und auch der Religionen ist ein Thema, das mir sehr sehr am Herzen liegt. Dieses Thema zusammen mit Musikern, Objektkünstlern, Malern, Schauspielern und vielen anderen gemeinsam mit den Jugendlichen erarbeiten zu dürfen, ist ein wirklich großartiges Geschenk an mich. Einen besseren Ort für eine entsprechende Schreibwerkstatt hätte mir niemand anbieten können.

Und damit möglichst viele Menschen auch mitbekommen, was die Teilnehmer in den einzelnen Kursen und Workshops so alles auf die Beine stellen, wird es am 20. Oktober 2017 ein großes Abschlussfest in und an der Berliner Marienkirche geben, bei dem die Ergebnisse sogar teilweise auf das Dach der Kirche projeziert werden sollen. 

(c) Alice Museum für Kinder


Wenn ihr neugierig geworden seid, mehr zum House of One und mehr zum Young House of One wissen möchtet, dann schaut euch einfach diese beiden Links an:


Dienstag, 6. Juni 2017

Steine auf dem Weg

Im Moment hadere ich etwas mit meinem Schicksal. Nur ein bisschen. Aber wer auch immer dafür verantwortlich ist, hat offensichtlich Spaß daran, es mir nicht zu einfach zu machen. Immer dann, wenn ich denke, jetzt läuft es, wirft er mir ein paar Steinchen in den Weg, die mich ins Stolpern bringen. Aufstehen, Krönchen richten, weiter gehen. Wie oft habe ich anderen schon diesen Rat gegeben, wie oft habe ich ihn mir selbst schon gegeben. Aber im Moment fühle ich mich müde. Zu müde zum Aufstehen. Am liebsten würde ich mich einfach ins Gras legen und darauf warten, dass jemand kommt, neben mir eine Picknickdecke ausbreitet mit allem, was mein Herz begehrt und dann rumgeht und die Steine wegräumt. Aber das passiert leider nicht. Ja, ich kenne auch den Spruch, dass man aus den Steinen was Schönes bauen kann. Aber dazu müsste man sie ja erst einmal einsammeln. Und manche sind wirklich schwer wie Felsbrocken. 
Ein paar Tage habe ich versucht, mich an den eigenen Haaren hochzuziehen, auch eine Methode, die ja funktionieren soll. Habe mir die wirklich tollen Rezensionen für Roofer angesehen, mich mit dem Verkaufsstart des Romans getröstet, mir gesagt, dass ich doch allen Grund habe, glücklich und zufrieden in die Welt zu gucken. Aber da liegen eben diese Steine ... und manche sind zu groß, um dran vorbei oder drüber zu gucken. 
Es bringt vermutlich auch nichts, einfach nichts zu tun. Darauf zu warten, dass die Steine von selbst zu Staub verfallen. Soviel Zeit will ich nicht investieren. Aber ein bisschen Pause darf ich vielleicht machen? Pause vom "Funktionieren müssen". Pause vom "Angst haben". Pause vom "immer für alle da sein". Pause vom "ich kenne den Weg!" Ich kenne ihn aktuell nämlich leider gar nicht. Und mein Bauch, auf den ich mich sonst immer verlassen kann, will mir gerade auch nicht helfen. 
Einen Vorteil hat das alles. Ich kann schreiben. Offenbar brauche ich die Widrigkeiten des Lebens, um wirklich gut schreiben zu können. Diese ganz intensiven Gefühle sind es, die mich Wörter auf Papier bringen lassen. Wut, Trauer, Zorn, Verzweiflung. Und der Druck, eigentlich überhaupt keine Zeit zum Schreiben zu haben. Also meint es vielleicht doch einer gut mit mir, dass er mir eher weniger Glitzer übers Leben streut. Obwohl ich mir schon als Kind immer alles so wunderbar ausgemalt hatte. Im Drehbücher schreiben fürs eigene Leben bin ich nämlich gut. Eher weniger geschickt bin ich dann in der Umsetzung. Falsche Besetzung, falsches Setting, falscher Zeitpunkt oder das Geld geht mir aus. Letzteres besonders häufig.
Und jetzt sind da wieder diese Steine. Nicht ein großer, dicker, sondern viele kleine und mitteldicke. Ich sitze hier und betrachte sie. Irgendwann werde ich aufstehen und sie einen nach dem anderen wegtragen, wegwerfen oder vielleicht auch darüber steigen. Aber erst muss ich noch ein bisschen Kraft sammeln. Auch ohne Picknickdecke kann ich mich zurücklegen und in den Himmel gucken. Und manchmal tut es richtig gut, einmal die Perspektive zu wecheln.




Mittwoch, 17. Mai 2017

Reise in die Steinzeit

Ich hatte euch schon erzählt, dass ich letzte Woche anlässlich der Schülerlesetage in und um Göttingen unterwegs war.
Eins der schönsten Erlebnisse überhaupt hatte ich in der Grundschule am Wall in Hann. Münden.
Hier durfte ich die Kinder der Sprachheilklassen 1 und 2a besuchen, die zusammen mit ihrem Lehrer, Herrn Faupel, eine ganz besondere Reise unternommen haben: eine Reise in die Steinzeit.
Inspiriert wurden sie hierzu durch mein Buch "Finn und Papa spielen Steinzeit", und wie Finn und Papa begaben sich auch die Kinder im Stockdunkeln in ihrer Schule auf Spurensuche. Nur gut, dass Herr Faupel dabei war. Zusammen entdeckten sie gefährliche wilde Tiere, merkwürdige Steinzeitgewächse und bestanden mutig alle Gefahren. Das wichtigste Motto bei dieser Reise: Wir halten zusammen!
Ich bin überglücklich, dass es Lehrer wie Herrn Faupel gibt. Und ich würde mir für alle Kinder dieser Welt wünschen, dass sie auch solche Lehrer haben. Lehrer, die es schaffen, selbst bei Kindern, die beim Sprechen, Hören und Lesen auf große Probleme stoßen, Begeisterung für das geschriebene Wort und den Umgang mit der Sprache zu wecken, Lehrer, die neugierig machen auf das Buch und auf das Leben überhaupt.
Wie toll das in der Grundschule am Wall gelungen ist, könnt ihr auf dem Film sehen, den Herr Faupel mir zugeschickt hat und der auch im Rahmen der Eröffnungsfeier der Schülerlesetage in Göttingen auf große Begeisterung gestoßen ist.



video


Weil der Film zum Hochladen viel zu groß war, musste ich ihn ein wenig komprimieren. Leider hat die Qualität des Films, der "in echt" noch viel viel schöner ist, darunter etwas gelitten. Aber ich glaube, einen kleinen Eindruck von dem, was mein neuer Lieblingslehrer Herr Faupel da mit Tyler, Evangeline, Fatmir, Felix, Keanu, Mia, Nicola und Panagiotis geleistet hat, könnt ihr euch doch verschaffen. Viel Spaß damit!



Dienstag, 16. Mai 2017

Roofer jetzt schon lesen!

Wolltet ihr schon immer mal einen Roman vor allen anderen Leuten lesen? Der oder die erste sein, die ein Buch in den Händen hält und es rezensiert? Eine Bewertung abgeben noch bevor das Buch in den Läden steht?
Die Plattform vorablesen.de macht es möglich.



Seit gestern ist die Leseprobe zu meinem neuen Roman Roofer auf dieser Plattform online. 
Allerdings nur noch für wenige Tage. Denn es kommt noch besser: Bei vorablesen.de kann man das Buch nicht nur anlesen, sondern auch gewinnen:
Wer innerhalb der nächsten Tage die Leseprobe liest, ein erstes Feedback und einen Leseeindruck veröffentlicht, hüpft in den Lostopf  und hat die Chance auf eins der kostenlosen Vorabexemplare von Roofer!
Ich bin jetzt schon gespannt, wer bei dieser ersten Leserunde alles dabei sein wird. Und wenn ihr mitmachen wollt, drücke ich euch natürlich die Daumen!




Samstag, 6. Mai 2017

Tierisch spannend

Die Koffer sind gepackt, die Bücher liegen bereit, ab morgen bin ich eine Woche unterwegs auf den diesjährigen Schülerlesetagen in Göttingen.

Gleich morgen gibt es eine große Eröffnungsveranstaltung, auf die ich mich schon sehr freue, weil das Programm absolut abwechslungsreich und spannend klingt. Passend zum diesjährigen Motto eben: Tierisch spannend.



In der Paulinerkirche werde ich verraten, warum ich eigentlich Kinderbücher schreibe. Und ich werde gebannt den anderen Kolleginnen und Kollegen zuhören, die ebenfalls mit mir gemeinsam eine Woche lang für tierische Spannung in den  Göttinger Schulen sorgen werden:

  • Antje Babendererde
  • Hans-Jürgen Feldhaus
  • Katja Reider
  • Angela Waidmann
Wer den einen oder anderen von uns gerne live erleben möchte, kann entweder morgen in die Paulinerkirche in Göttingen kommen, oder er schaut einfach mal auf der Homepage der Schülerlesetage 2017 und sucht nach den anderen öffentlichen Veranstaltungen.

Ich freue mich jedenfalls schon riesig auf die Schülerinnen und Schüler.

Natürlich habe ich Florentine im Gepäck und die ist auch schon sehr sehr aufgeregt!




Donnerstag, 4. Mai 2017

Fundsache 6

gefunden in; Das Leben des Lazarillo von Tomes
mit Bildern von Michael Mathias Prechtl
Büchergilde Gutenberg 1984


Mittwoch, 3. Mai 2017

Lesung in Bürstadt

Riesig gefreut habe ich mich über die Einladung in die Erich-Kästner-Schule in Bürstadt, durfte ich doch endlich wieder aus meinem Roman "Schwarz wie Schnee" lesen. Wer mehr zu der Veranstaltung in Bürstadt wissen möchte, kann hier den kompletten Presseartikel nachlesen: Bürstädter Zeitung



Auf dem Presse-Foto halte ich noch das alte (Lese)Exemplar in der Hand, aber inzwischen ist das neue Buch da und einen ersten Klassensatz habe ich gestern schon signiert und verschickt.



Ich bin mit der neuen Auflage richtig richtig glücklich. Aus dem ehemaligen Softcover ist ein Hardcover geworden. Trotzdem ist das Buch jetzt mit nur 8.90 € auch für Jugendliche erschwinglich. Und ganz bald wird es sogar jede Menge Begleitmaterial für die LehrerInnen dazu geben.

Wer das Buch direkt bei mir bestellen möchte, bekommt es selbstverständlich signiert und portofrei zugesandt. Und als kleines Dankeschön gibt es zu jedem Buch noch ein Lesezeichen von mir.




Montag, 1. Mai 2017

Im Mai ist #Autorinnenzeit

Wer regelmäßig im Netz unterwegs ist, konnte diesen Hashtag gar nicht übersehen. Es ist Mai und ab heute ist definitiv #Autorinnenzeit.


Initiator dieser tollen Aktion ist der Autor Sven Hensel, der auf seiner Website erklärt, worum es ihm damit geht: Um Gleichberechtigung und Anerkennung für schreibende Frauen.
Der Literaturbetrieb ist überwiegend männlich. Nicht etwa, weil es die Autorinnen nicht gibt, sondern weil sie in allen Bereichen der Branche immer noch benachteiligt werden.
Als Beispiel sei nur eins der Themen genannt, das Sven Hensel in seinem Blogbeitrag aufgegriffen hat und das mir besonders am Herzen liegt: Die Schullektüre.

So nennt die Lektüreliste für Gymnasien des Landes Baden Württemberg 236 deutschsprachige Werke, die "im Unterricht gewinnbringend gelesen werden können". Von diesen 236 Werken stammen nur 20 von Frauen. 
Ich habe die Schullektüren meiner immerhin fünf Kinder (zwischen 11 und 25) der letzten Jahre durchgesehen. In all den Schuljahren haben sie kein einziges Buch einer Autorin gelesen. 

Viele weitere solcher Beispiele findet ihr auf der Seite von Sven Hensel, ich will sie hier nicht alle wiederholen. Fest steht für mich, dass es noch viel zu tun gibt, damit Autorinnen tatsächlich gleichberechtigt neben ihren männlichen Kollegen im Literaturbetrieb existieren können. Und dafür kommt die Aktion von Sven genau richtig. 
Ich bin dabei. 

Sven hat sich ein paar Aufgaben für den Monat Mai überlegt, Diese Aufgaben hat er in Form eines Autorinnenzeit-Scheins veröffentlicht, auf dem noch einige Felder für eigene Ideen frei gelassen wurden. 

Ich will versuchen, mich im Mai so oft wie möglich an dieser wunderbaren Aktion zu beteiligen. Erledigte Aufgaben werde ich auf dem Schein durchstreichen. Da ich im Mai auch einige Zeit auf Lesetour bin, schaffe ich es sicher nicht täglich, etwas zum Thema beizutragen. Aber eine Lesetour ist ja im Grunde auch ein Beitrag. Immerhin lernen die Kinder so wenigstens einmal Bücher einer Autorin kennen ☺



Mittwoch, 26. April 2017

Leseprobe Roofer

Heute ist es bei mir eingetrudelt. Das allererste gedruckte fix und fertige Vorab-Leseexemplar meines neuen Romans Roofer. Und in echt kommt das Cover noch viel viel besser als auf den Fotos. Richtig fein mit glänzendem Spotlack. Ich habe immerzu über die roten Turnschuhe des Jungen gestreichelt.




Und zeitgleich dazu gibt es vom Coppenrath-Verlag ein ganz besonderes Häppchen: Eine Online-Leseprobe. Wer auf das unten stehende Bild klickt, kann sich die kostenlose Leseprobe der ersten drei Kapitel gleich herunterladen.
Ich wünsche allen, die jetzt schon neugierig sind, viel Spaß beim Lesen. Roofer ist dann endgültig ab Juni 2017 im Handel.

Zum Download bitte das Bild anklicken

Samstag, 22. April 2017

Vorfreude ist die schönste Freude

... und diesmal kann ich sie sogar mit euch teilen.

Roofer ist auf dem Weg in die Buchhandlungen. Und so sieht er aus, mein neuer Roman.




Wenn ihr das Buch aufklappt, ergeben Vorder- und Rückseite ein wunderbares Ganzes. Selten war ich mit einem Cover so glücklich wie mit diesem.




Ein bisschen müsst ihr euch noch gedulden, der Erscheinungstermin wird irgendwann im Juni sein. Aber - siehe oben - Vorfreude ist ja auch schon mal was, oder?

Zur Entstehungsgeschichte, zum Inhalt, zu den Hintergründen dann später mehr.





Donnerstag, 20. April 2017

Wir beginnen dieses Leben zu lieben

Zugegeben, ich bin ein bisschen in der Versenkung verschwunden. Das hat gleich mehrere Gründe.
Der beste: Ich stecke mitten in einem Manuskript, ein Jugendbuch diesmal und noch dazu ein Herzensprojekt, in dem es ganz viel ums Anderssein geht und darum, wie aus dreimal anders doch einmal Miteinander werden kann. Ein Sommerbuch irgendwo mitten in schwedischen Birkenwäldern. Ein bisschen Geduld müsst ihr noch haben, dann erzähle ich euch mehr.


Der zweite Grund: Die aktuelle Politik, das Tagesgeschehen. Manchmal mochte ich den Computer schon gar nicht mehr hochfahren, die sozialen Netzwerke schon gar nicht mehr nach Nachrichten durchforsten. Von Trump über Erdogan, jeden Morgen bin ich fast dankbar dafür, dass diese Erde sich überhaupt noch dreht. Und jeden Abend beim Einschlafen hoffe ich, dass sie das auch am nächsten Morgen noch tun wird. Ich habe mich - Twitter sei dank - ziemlich in die Geschehnisse reingesteigert. Und habe gemerkt, das tut mir nicht gut. Ich bin zwar ein aktiver und durchaus auch politischer Mensch, aber hier fühle ich mich Geschehnissen hilflos ausgeliefert, an denen ich nichts ändern kann. Und das machte mich zunehmend erst müde, dann krank. 

Ich habe eine Fluchttür gesucht und auch gefunden: Das Schreiben. Ich habe schon lange nicht mehr so viel geschrieben wie in den letzten Wochen. Nicht nur am Manuskript, nein, auch wenn Frau Agentin das sicher inständig hofft. Aber ich habe auch viele Schreibübungen gemacht, Kurzgeschichten geschrieben, Morgenseiten wurden zu Mittags- und dann wieder zu Abendseiten. Ich habe ganze Kladden mit meinen Gedanken, Gefühlen, Beobachtungen gefüllt. Habe mich auf Schreibabenteuer und Schreibspiele eingelassen, habe die Welt um mich herum aus der Perspektive meines Küchentisches, einer Stehlampe oder auch einer Blaumeise betrachtet. Und auf einmal, weit weg vom großen Weltgeschehen ist mir das passiert, das Natalie Goldberg in ihrem wunderbaren Buch vom "Schreiben in Cafes" so beschreibt:

Wir beginnen, dieses Leben zu lieben, weil es unseres ist und wir in diesem Augenblick nichts Besseres finden werden.

Diese Erkenntnis traf mich wie ein Blitz. Nicht, weil sie so neu ist, aber weil ich sie fast vergessen hatte in all dem Gewusel um mich herum. Ich habe mir das Leben, in dem ich mich fast verloren hatte, wieder herbei geschrieben. Und es ist nicht einmal so, dass ich in diesem Augenblick nichts besseres finde, es ist vielmehr so, dass es das beste ist, das ich habe. Denn es ist mein Leben. Und mein Schreiben, ohne das es gar nicht mein Leben wäre.

Susan Sonntag hat gesagt: Ich schreibe, um herauszufinden, was ich denke. Viel zu lange habe ich gedacht, um herauszufinden, was ich schreiben soll. Und mich damit über viele Monate selbst blockiert. Es war ein bisschen so wie Bücher darüber zu lesen, wie wichtig das Atmen ist, statt einfach zu atmen. Jetzt schreibe ich wieder. Und atme. Die Welt da draußen ist keine bessere geworden. Aber es ist wieder meine. Und in ihr verbergen sich noch tausend Geschichten, die gefunden und aufgeschrieben werden wollen. So wie die vom Anderssein.


Dienstag, 11. April 2017

Gartenspaziergang

Mein Garten war zwei Jahre lang Brachland. Ist immer noch wild und wüst an vielen Stellen. Aber zwei Gemüsebeete und ein Hochbeet sind inzwischen entstanden. Und viele kleine blühende Inseln. Einen ersten Rundgang habe ich für euch mit der Kamera festgehalten.















Montag, 10. April 2017

Wenn man etwas wirklich will ...

... muss man es nur tun.

Der Satz könnte zwar von mir sein, ist es aber nicht. Ich habe ihn auf der Homepage von Hannah gefunden. Hannah Petereit.
Dabei habe ich eigentlich gar nicht Hannah gesucht, sondern ein Monster. Ja, ihr habt schon ganz richtig gelesen, denn genau die tummeln sich in Scharen auf Hannahs Seite. Wörter fressende große und kleine, dicke und dünne, männliche und weibliche Monster.
Entdeckt habe ich Hannah und ihre Monster via Twitter. Unter dem Hashtag #monstermotivation sind sie mir zum ersten Mal begegnet. Und ich dachte sofort: Das MUSS ich ausprobieren. Und - ich muss es euch zeigen.

Also habe ich die Monstermotivationsseite gesucht und zunächst Hannah gefunden.
Hannah schreibt von sich, dass sie mit ihrer Seite Mut machen will, Mut, Träume zu Zielen zu machen und sie zu erreichen. 
Ein Ziel beim Schreiben ist es immer wieder, Geschichten nicht nur anzufangen, sondern auch fertig zu schreiben. Seite um Seite zu füllen, auch wenn es manchmal schwer fällt. Schreiben ist ein einsamer Job. Da kann man einen Mutmacher ab und zu gut gebrauchen. Nicht umsonst machen beim aktuellen Camp NaNoWriMo wieder tausende Schreibwütige mit. Um sich gegenseitig zu motivieren, um sich selbst ein bisschen Druck zu machen, den angefangenen Text auch fertig zu schreiben. Anders als beim klassischen NaNoWriMo, bei dem es ja darum geht, innerhalb eines Monats 50.000 Wörter zu schreiben, setzt sich im Camp jeder sein Ziel selbst. Da werden Wörter gezählt, aber auch gefüllte Seiten, Arbeitsminuten, vollendete Projekte, jedem bleibt selbst überlassen, was er erreichen will.
Fakt ist: Ein bisschen Motivation brauchen wir alle. Auch nach dem NaNoWriMo oder nach dem Camp könnte so eine kleine Unterstützung nichts schaden. Und genau dafür hat sich Hannah etwas ganz Besonderes einfallen lassen:

Monster. Monster, die Wörter fressen, sprich, die mit eurem Wordcount ernährt werden müssen. (Ist  es böse, wenn ich mich dabei an die alten Tamagotchi erinnert fühle?)

Wie das funktioniert? Man registriert sich auf der Seite Monstermotivation, sucht sich eins der zur Adoption stehenden Monster aus (am Bahnhof kommen täglich neue Monster an) und schon ist man für sein Monster verantwortlich. Jetzt muss es regelmäßig gefüttert werden, damit es ihm gut geht. Wichtig: Wenn ihr euch ein Monster aussuchen wollt, passt ein bisschen auf, es gibt solche, die wollen täglich ihre Ration Wörter schlucken und andere, die mit einer wöchentlichen Fütterung einverstanden sind. Aber hungrig sind sie alle. 

Holger

Ich habe Holger adoptiert. Holger sieht gemütlich aus. Und er mag den Duft von Papier. Da haben Holger und ich etwas gemeinsam. Holger ist nicht total verfressen, aber doch ziemlich hungrig. 4.500 Wörter kann er pro Woche verdrücken. Die muss ich jetzt ranschaffen, damit es Holger gut geht.


Damit man beim Monster Hegen und Pflegen nicht so alleine ist, kann man sich auf der Seite auch noch mit anderen Monsterbesitzern austauschen. Und sich gegenseitig motivieren. Ich muss jetzt aber erstmal für Futter sorgen. Denn so wirklich weiß ich noch nicht, wie Holger reagiert, wenn ich ihm nicht genug Input liefere. Und ich möchte es auch lieber nicht darauf ankommen lassen.



Freitag, 17. März 2017

Aus Schreibwerk wird Wort.Art

Bestimmt hat sich der/die eine oder andere von euch schon gewundert: ich habe meinen Blog umbenannt. Schreibwerk hat einfach nicht mehr ausgereicht, für alles, was ich hier zusammentrage. Der Name Wort.Art ist allerdings auch nicht neu, es gibt ihn schon lange, ursprünglich stand er für unser kleines Salontheater, das der Liebste und ich im Wohnzimmer ins Leben gerufen hatten, später umfasste er alles, was ich/wir mit Worten, mit Sprache machen, mein Schreiben genauso wie meine Begeisterung für Literatur, aber eben auch alles, was mit Kunst zu tun hat, im engen wie im erweiterten Sinn. Deshalb habe ich mich entschieden, den (alten) neuen Namen Wort.Art für dieses Weblog zu übernehmen und ich hoffe, dass ihr euch genauso schnell daran gewöhnt wie ich.

Es war Teil meiner Entrümpelungsvorsätze, auch einmal meinen Blog und meine Homepage aufzuräumen. Im Grunde wünsche ich mir mal ein umfassendes professionelles Design mit professionellen Fotos etc., aber das ist im Moment einfach finanziell nicht drin, deshalb bleibe ich vor allem auf der Homepage noch bei der alten Vorlage, habe aber die Schreibkurse mit auf die Autorenseite übernommen, die Bücher etwas übersichtlicher strukturiert und hoffe, dass sich jetzt alle wieder besser zurecht finden.

Ansonsten war ich in den letzten Tagen mit dem Korrekturlesen der Druckfahnen zu meinem neuen Roman beschäftigt. Ich liebe es ja, Druckfahnen zu lesen, allerdings war es diesmal ein besonders hartes Stück Arbeit, weil ich nur sehr wenig Zeit zur Verfügung hatte. Aber jetzt ist alles in trockenen Tüchern und mein neuer Jugendroman kann in den Druck gehen.
Sehr gespannt warte ich noch auf das Cover. Einige vielversprechende Entwürfe durfte ich schon sehen, aber das Endergebnis steht noch nicht ganz fest. Ich halte euch auf dem Laufenden!

Neben Druckfahnen und virtuellem sowie häuslichem Entrümpeln stehen die Vorbereitungen für die Leipziger Buchmesse auf dem Programm.
Am Vorabend der Messe wird Deutschlands erster bundesweiter Kinderbuchautorenkongress dort stattfinden, den Andreas Schlüter (federführend!) zusammen mit mir organisiert hat. Ich bin mehr als gespannt, welche Ideen wir dort entwickeln werden, welche KollegInnen ich dort überhaupt treffen werde und wie es danach weitergeht. Keine Sorge - ich werde berichten.

Jetzt freue ich mich erstmal auf einen gemütlichen Abend in meiner Lieblingsbuchhandlung Buchladen am Freiheitsplatz, in der Sarah Reul, besser bekannt als @pinkfisch und Malu Schrader aka @buchbuechse in den #Indiebookday hineinfeiern und uns ihre Lieblingsindies vorstellen wollen.

Wer schon mal einen ersten Blick riskieren will, kann sich hier vorab das Video zum Indiebookday mit Pinkfisch angucken. Viel Spaß!






Donnerstag, 2. März 2017

Von Mammuts, goldenen Pokalen und Hoppelvasen

Die Anfänger unter meinen LeserInnen können sich freuen. Und ich freue mich natürlich auch. Pünktlich zum März erschienen gleich drei Bücher von mir bei Fischer Duden.

Ein alter Bekannter wurde unter dem Label "Leseprofi" neu aufgelegt:




Mein Ratekrimi "Der Pokal ist weg" für LeserInnen der 3. Klasse erschien jetzt in einem spannenden Geschichtenbuch zusammen mit anderen Geschichten auch noch einmal ganz neu:



Und für die ErstleserInnen schwingt ab sofort Fee Flora ihren Zauberstab. Weil Flora aber noch nicht richtig lesen kann, geht bei ihren Zaubereien noch allerhand schief.



Ich freue mich jetzt jedenfalls wieder auf viele spannende Lesungen bei großen, kleinen und mittleren Lesekindern in den Grundschulen. Wer gerne möchte, dass ich auch bei ihm in der Grundschule lese, kann mich einfach über meine Homepage kontaktieren.



Mittwoch, 1. März 2017

Weniger ist manchmal mehr

Pünktlich mit dem 1. März beginnt wieder die Fastenzeit.
Ihr wisst, dass ich mir mit meinen Kindern jedes Jahr etwas habe einfallen lassen, auf das wir gemeinsam dann 40 Tage lang verzichtet haben. Süßigkeiten waren schon dabei, 40 fleischfreie Tage, 40 Tage Verzicht auf das Fernsehen (was zumindest bei mir zum Dauerverzicht geführt hat) und ähnliches mehr.
In diesem Jahr treibt mich der Gedanke an die Fastenzeit und daran, worauf ich verzichten könnte, schon eine ganze Weile um. Denn ich fühle mich zur Zeit völlig begraben unter Ballast. 
Ich sehne mich nach mehr Leichtigkeit im Leben, und das nicht nur in körperlicher Hinsicht, und habe mich deshalb mal ein bisschen auf die Suche gemacht nach Dingen, die mir das Leben schwer machen und die ich eventuell entrümpeln könnte.
Und dabei ist so ganz nebenbei eine ganz lange Liste entstanden, die ich mir nach und nach vornehmen will. Da sind zum Beispiel

Dinge, die ich nicht mag


Ganze Schränke füllen diese Dinge. Und das fliegt jetzt raus. Aber nicht nur Gegenstände oder Kleidungsstücke werde ich aussortieren, sondern auch sonst im Leben will ich öfter drauf hören und fühlen, was ich mag und was ich nicht mag. Und Verabredungen, auf die ich keine Lust habe, gar nicht erst treffen. Kinofilme, die mich nicht wirklich interessieren, gar nicht erst anschauen. Öfter mal NEIN sagen, statt immer alles abzunicken. Und für die überflüssigen Sachen, die sich noch verkaufen lassen, habe ich mir schon einen Flohmarkttermin rausgesucht.

Dinge, dich ich nicht brauche


Hier gilt fast das gleiche wie oben schon gesagt. Natürlich umgibt man sich ab und zu auch mit Dingen, die man nicht wirklich braucht, die man aber schön findet. Ab und zu. Bei mir sind die Grenzen dieses ab und zu schon lange überschritten. Und deshalb werde ich auch hier gucken, was weg kann und was mir nur unnötig Schränke und Schubläden füllt.

Kilos, die ich nicht brauche


Ein heikles Thema. Und trotzdem habe ich zu allererst einmal sämtliche Diätbücher aus dem Regal geräumt und in die Flohmarktkiste gepackt. Denn Diäten brauche ich auch nicht mehr. Außerdem will ich keine Fertiggerichte, keinen Süßkram, keine Chemie mehr im Essen. Ich möchte zurück zu ursprünglicherem Essen, deshalb fliegen auch die Fertigsoßen und -gerichte aus dem Schrank. Statt dessen soll es noch mehr Gemüse und Obst hier geben, am liebsten aus dem eigenen Garten. Der muss dazu aber ebenfalls erstmal entrümpelt werden, denn zwei Jahre lang habe ich ihn völlig brach liegen lassen, teils aus Bequemlichkeit, teils aus Zeitmangel. 
Jetzt habe ich angefangen, ihn zu entrümpeln, zu roden, zu schneiden, zu sägen, Beete anzulegen und ihn wieder benutzbar zu machen. Mehr darüber demnächst. Ein erstes Frühbeet habe ich jedenfalls schon mit Salat gefüllt. Tschakka.

Arbeit, die ich nicht brauche


Grundsätzlich freue ich mich über Arbeit. Über Aufträge, über Schreibarbeit, über Lesungsanfragen, denn davon lebe ich ja größtenteils. Aber trotzdem habe ich immer wieder auch Arbeit, die unnötig wäre, weil ich schlecht Nein sagen kann, weil ich nicht loslassen, nicht delegieren kann, weil ich oft nicht sehe, dass ich nicht alles selbst und alleine machen muss. Auch hier will ich ansetzen.

Dinge, die zur Sucht werden können


Dazu gehören für mich nicht nur Süßigkeiten, sondern auch die sozialen Netzwerke, das Smartphone und ähnliches mehr. Hier suche ich noch nach einer Strategie.

Unfertige Dinge


Das Haus ist voll von kleineren und größeren Baustellen. Das kostet nicht nur Geld, sondern oft auch Nerven. Auch hier will ich mir einen Plan überlegen, wie ich das alles besser in den Griff bekommen kann. 

Ihr seht, da ist schon einiges zusammen gekommen. Und es wird vermutlich noch mehr. Deshalb will ich auch gar nicht alles heute abhandeln, sondern euch nach und nach berichten, welche Lösungen ich gefunden habe. 

Vielleicht ist ja der eine oder andere Tipp auch für euch dabei und vielleicht habt ihr ja auch den einen oder anderen Tipp für mich. Denn eines steht für mich fest: mein Leben muss leichter werden. Übersichtlicher. Ruhiger. Damit ich wieder durchatmen kann und nicht länger das Gefühl habe, keine Luft mehr zu bekommen. 

Ich habe mir auch ein paar Spiele ausgedacht, die beim Ordnung machen und Entrümpeln helfen können, weil sie den Schweinehund austricksen und sogar den Kindern Spaß machen. Auch darüber demnächst noch mehr. 



Freitag, 17. Februar 2017

Kunst in ihrer Vielfalt

Gestern durfte ich eine ganz besondere Ausstellung besuchen.
Die HFG - Hochschule für Gestaltung - in Offenbach hat die Arbeiten ihrer Erstsemester-Studenten ausgestellt.
Die Ausstellung begeisterte mich vor allem wegen ihrer Vielfalt. Von schlichten Bleistiftzeichnungen über Action-Painting, von Bildhauerei über verschiedene Drucktechniken, Ölmalerei bis hin zu Video-Installationen, Tonaufnahmen, Theateraufführungen, raumfüllenden Installationen und vielem mehr war wirklich so ziemlich alles vertreten, was an dieser Kunsthochschule gelehrt wird. Und die Ausstellung betraf lediglich das erste Semester!

Ich habe ein paar der Kunstwerke fotografiert, lasst sie einfach auf euch wirken.

© Jan Trinkaus


© Jan Trinkaus



© Jan Trinkaus




© Jan Trinkaus


© Tobias Krämer


© Tobias Krämer



© Tobias Krämer


© Tobias Krämer



© Nils Julius Jeske



© Nils Julius Jeske 



© Christian Leicher



© Simon Gerstner


© Lennart Schweigert


PS: Die noch fehlenden Namen liefere ich selbstverständlich nach.